Ihr Herz soll gesund und fit bleiben.

Nachfolgend finden Sie Hinweise auf Faktoren,
die das Entstehen einer Herzerkrankung maßgeblich beeinflussen.


Rauchen

...gefährdet Ihre Gesundheit.
Diesen Hinweis finden Sie auf jeder Packung Zigaretten.

Neben dem Krebsrisiko und den Veränderungen an den
peripheren Gefäßen ("Raucherbein" aufgrund von Durch-
blutungsstörungen), stellt das Rauchen einen erheblichen
Risikofaktor für das Entstehen oder das Fortschreiten
einer koronaren Herzerkrankung (KHE) dar.

Wenn Sie mit dem Rauchen aufhören, verringert sich das
Risiko einer KHE sehr schnell, egal wie viel Sie vorher
geraucht haben. Bekanntlich ist der Verzicht auf Nikotin
für die Betroffenen aber nicht immer ganz einfach.
Wer es aus eigener Kraft nicht schafft mit dem Rauchen
aufzuhören, dem bieten verschiedene Selbsthilfegruppen
ihre Hilfe an. Ihre Krankenkasse kann Ihnen sicherlich
Adressen in Ihrer Nähe nennen.
Auch Ihr Arzt kann Ihnen bestimmt mit Rat und Tat zur
Seite stehen, und Ihnen diverse Möglichkeiten der Rau-
cherentwöhnung aufzeigen.

Am Besten ist es natürlich, gar nicht erst mit dem
Rauchen anzufangen...



Bluthochdruck
(Arterielle Hypertonie)

Ein dauerhaft zu hoher Blutdruck fördert die koronare Herz-
krankheit und das Risiko, einen Schlaganfall zu erleiden.

Als Norm für den Blutdruck gilt ein systolischer ("oberer")
Wert von max. 140 mm Hg, und ein diastolischer ("unterer")
Wert von max. 90 mm Hg. Optimal wäre ein Blutdruck unter
120/80 mmHg.
Viele Menschen leiden an zu hohen Blutdruck, ohne es zu
wissen. Daher ist es unerlässlich, den Blutdruck regelmäßig
kontrollieren zu lassen, oder, mit z. T. bereits sehr preisgüns-
tigen Meßgeräten aus der Apotheke oder dem Sanitätshaus,
selbst zu kontrollieren.

Ist Ihr Blutdruck nur grenzwertig oder leicht erhöht (140/90-
160/95 mm Hg), kann kochsalzarme Kost, Anstreben des
Idealgewichts, Bewegung und der Abbau von Stress den
Blutdruck oftmals ausreichend senken.
Um sich kochsalzarm zu ernähren, bedarf es nicht unbedingt
einer klassischen "Diät". Oftmals reicht es aus, ausgespro-
chen salzhaltige Nahrungsmittel (wie z.B. Pökelfleisch, Salz-
heringe- und gurken, Senf, Fleischkonserven, Marinaden,
Laugengebäck, Pommes usw.) zu meiden und auf ein "Nach-
salzen" zu verzichten.
Die Kochsalzzufuhr sollte auf etwa 3-5 Gramm täglich redu-
ziert werden, wobei Sie beachten sollten, dass sich auch in
verschiedenen Grundnahrungsmitteln wie Brot, Teigwaren,
Butter etc. bereits Salz "versteckt".

Kann der leicht erhöhte Blutdruck auf diese Weise nicht ge-
senkt werden, oder liegt er dauerhaft über 160/95, ist ein
Arzt aufzusuchen. Dieser wird Sie auf evtl. Ursachen hin
untersuchen, einen Diätplan verordnen und gegebenenfalls
blutdrucksenkende Medikamente verschreiben.


Erhöhtes Cholesterin
(Hypercholesterinämie)

Cholesterin ist ein Blutfett und stellt die Vorstufe der Gallen-
säuren und Steroidhormonen dar. Ist die Cholesterinkonzen-
tration (insbesondere das LDL Cholesterin) im Blut erhöht,
so hat dies schädliche Auswirkungen auf die Blutgefäße und
gilt insofern als Risikofaktor für die koronare Herzkrankheit.
Man spricht von "erhöhtem Cholesterin", wenn die Blutwerte

für das Gesamtcholesterin über 260 mg/dl bzw. das LDL Chol-
esterin über 190 mg/dl liegen. Das über die Nahrung aufge-
nomme Cholesterin kommt in höherer Konzentration z. B. in
Innereien, Eigelb, Schalentieren, Butter, Schmalz, fettem Kä-
se, Corned beef etc. vor.
Menschen mit erhöhten Cholesterinwerten sollten einen,
nach ärzlichen Rat, strikten Diätplan einhalten. Sofern sich
das Cholesterin auf diätischem Wege nicht senken lässt,
wird Ihnen Ihr Arzt gegebenenfalls Medikamente verschrei-
ben.

Wie beim Bluthochdruck, wissen viele Menschen nicht, dass
sie unter einem erhöhten Cholesterin leiden. Lassen Sie des-
halb Ihre Blutfette regelmäßig kontrollieren. Mittlerweile bieten
auch Apotheken diesen Service an, sodass eine Messung
schnell und bequem möglich ist.



Übergewicht

Jeder zweite Deutsche ist übergewichtig.
Jeder Fünfte erfüllt die Kriterien der Fettleibigkeit (Adipositas).
Die damit verbunden Risiken spiegeln sich auch bei Herzer-
krankungen wider. So hat beispielsweise ein unter 50jähriger,
mit einem Körpergewicht von 100 kg bei 1.85 m Körpergröße,
bereits ein doppelt so hohes Risiko für eine koronare Herz-
krankheit, als ein vergleichbar Normalgewichtiger.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) legt mit dem
"Body-Mass-Index" (BMI) die Kriterien für die Fettleibigkeit
fest und wird wie folgt berechnet:



Die BMI-Klassifizierung der WHO:

18,5 bis 24,9 Normalgewicht
25,0 bis 29,9 Übergewicht
30,0 bis 34,9 Fettleibigkeit Grad I
35,0 bis 39,9 Fettleibigkeit Grad II
Neben der Gefahr einer Herzerkrankung, birgt Übergewicht auch
ein erhöhtes Risiko für Bluthochdruck, allgemeine Arteriosklerose,
Gallensteine, Krebs und Diabetes.

Häufigste Ursache für das Übergewicht ist eine falsche Ernährung
und Bewegungsmangel.



Bewegungsmangel

Viel Bewegung senkt das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen,
hilft überflüssige Körperpfunde los zu werden, oder sein Idealge-
wicht zu halten.
Nun muss man natürlich nicht gleich Hochleistungssportler wer-
den. Alleine das tägliche Leben bietet bereits viele Möglichkeiten
sich zu bewegen: Treppen steigen - statt Aufzug, kurze Weg-
strecken zu Fuß oder mit dem Rad zurücklegen, im Winter den
Schnee selbst schaufeln usw.
Wer Sport treibt, verbraucht Kalorien und bleibt körperlich fit.
Dabei ist es zweitrangig, wie lange man trainiert. Bereits dreimal
wöchentlich 15 Minuten Laufen hat einen Trainingseffekt. Viele
Sportarten lassen sich ohne grossen Aufwand oder Equipment
betreiben. Schwimmen, Laufen, Radfahren, Seilspringen, Tanzen,
Wandern, Gymnastik etc. Bei allen sportlichen Aktivitäten ist zu
beachten, dass Überanstrengung nichts bringt. Wohldosierter,
regelmäßiger Sport ist effektiver, als einmal wöchentlich eine
"Gewalttour". Vor Beginn eines Trainingsprogramms, ist ein
ärztlicher Routine-Check ratsam.



Alkohol

Ein Gläschen in Ehren, soll niemand verwehren...
Allerdings prägten schon die alten Griechen eine Weisheit,
die heute immer noch
Gültigkeit hat:
"Erst die Dosis macht es, dass ein Ding ein Gift ist".

Ein über längere Zeit anhaltender, übermäßiger Alkoholkonsum
(Alkoholabusus) schädigt nicht nur Leber und Bauchspeichel-
drüse, sondern kann auch den Herzmuskel dauerhaft in Mitlei-
denschaft ziehen. Die toxische Wirkung des Alkohols, kann zu
einer Vergrößerung des Herzens führen (das sogenannte
"Münchner Bierherz"), was mit einer rasch nachlassenden
Pumpfunktion einhergeht (Herzinsuffizienz). Die daraus oft
resultierende "Kardiomyopathie" ist ein irreperabler Schaden
des Herzens, der die Lebensqualität erheblich einschränkt,
und im fortgeschrittenen Stadium nur durch eine Herztrans-
plantation zu beheben ist.

Geniessen Sie die "kühle Maß" im Biergarten, den Wein zum
guten Essen, einen Cocktail bei der Party...
...aber denken Sie an die Dosis.



Stress

Die koronare Herzerkrankankung ist auch unter dem Namen

"Manager-Krankheit" bekannt. Nun braucht man natürlich nicht
unbedingt Manager zu sein, um Stress ausgesetzt zu sein.
Unsere schnelllebige Zeit bietet viele Möglichkeiten, perma-
nent "unter Druck" zu stehen.

Beim Stress sind zwei Arten zu unterscheiden.
Der "gute" Stress (Eustress), und der "schlechte" Stress
(Dysstess). Während der Eustress durchaus positive Wirkung
haben kann (z.B. eine Schwangerschaft oder der berühmte
Sechser im Lotto...), macht uns der Dysstress krank.
Die ständige Überlastung im Beruf oder Haushalt, finanzielle
Probleme, Existenzangst und vieles mehr, haben nicht nur Aus-
wirkungen auf unser Wohlbefinden, sondern fördern auch die
koronare Herzkrankheit.

Nachdem sich Stress nicht medikamentös behandeln lässt,
bleibt nur die Umstellung der Lebensgewohnheiten, mehr Ruhe
und Entspannung. Viel zu oft lassen wir uns von der Gesell-
schaft unnötig Zwänge auferlegen, hetzen irgend etwas hinter-
her oder streben stets nach "Höherem".
Wer sich selbst nicht bremsen kann, findet in unzähligen Semi-
naren und Gruppen kompetente Hilfestellung. Auch der Buch-
handel bietet eine Reihe von teilweise sehr guter Literatur zum
Thema Stressabbau und Stressbewältigung an.
Öfter mal an die Freizeit denken, ein kleiner Kurzurlaub, Medi-
tation, Joga, oder ausreichend Schlaf bewirkt oftmals Wunder.

Was nutzt uns eine noch so erfolgreiche Karriere, wenn uns der
Weg dorthin krank macht?
Denken sie an Ihr Herz!

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