Die koronare Herzerkrankung ist die häufigste
Todesursache in den Industrienationen.
- Grundlagen -

Die koronare Herzerkrankung
KHE

Bei der koronaren Herzerkrankung ist die Blutzufuhr zum Herzen aufgrund von Veränderungen an den Herzkranzgefäßen gestört.

Diese Veränderungen basieren meist auf einer Arteriosklerose, die aufgrund von Fettablagerungen in den Gefäßen entsteht. Die sich bildenden Ablagerungen (Plaque) engen das Innenlumen der Herzkranzgefäße zunehmend ein, sodass eine Engstelle entsteht (Stenose). Die Abbildung links, zeigt schematisch eine solche Einengung am rechten Herzkranzgefäß (3).

Aufgrund der Stenose, wird der nachfolgende Herzmuskelbereich nicht mehr ausreichend mit Blut, und damit Sauerstoff, versorgt. Erreicht die Einengung einen bestimmten Grad, macht sich der Sauerstoffmangel am Herzen durch typische Schmerzsymptome bemerkbar. Es kommt zur sogenannten Angina Pectoris (Brustenge). Hierbei bemerkt der Betroffene anfangs nur bei Belastung oder Kälte beengende Brustschmerzen (Brennen, Druck - meist hinter dem Brustbein), die in Arme, Rücken und Kiefer ausstrahlen können. Mit zunehmenden Fortschreiten der Erkrankung, treten diese Beschwerden auch in Ruhe auf (Ruhe-Angina). Diese Ruhe-Angina ist oftmals ein Vorbote für den drohenden Herzinfarkt (Myokardinfarkt).

Das Entstehen oder das Fortschreiten der Erkrankung, wird durch sogenannte Risikofaktoren gefördert. Hierzu zählen:
• Rauchen
• hohes Cholestrin
• Bluthochdruck
• Diabetes
• Übergewicht
• Stress
• Infarkt in der Blutsverwandschaft

Unbehandelt resultieren die fortschreitenden Einengungen letztendlich in einem Verschluß des betreffenden Herzkranzgefäßes. Das Herzmuskelgewebe wird nicht mehr mit Sauerstoff versorgt - es kommt zum Herzinfarkt.
Die Herzmuskelzellen sterben im betroffenen Bereich ab, und stehen für die Pumpfunktion nicht mehr zur Verfügung.

Der Herzinfarkt äußert sich in einem vernichtenden Brustschmerz, einhergehend mit Atemnot und Todesangst, kann aber, insbesondere bei sehr alten Menschen oder bei Diabetikern auch "stumm" verlaufen.
Der Herzinfarkt muß als lebensbedrohliches Ereignis betrachtet werden, das die Hälfte der Patienten in den ersten vier Wochen nicht überlebt!

- Diagnostik -

Die koronare Herzkrankheit kann am zuverlässigsten mit dem Herzkatheter diagnostiziert werden.
Hinweise auf eine bestehende Erkrankung liefern im Vorfeld aber auch schon das
Belastungs-EKG oder - speziell im ganz frühen Stadium - die Computertomographie .

- Therapie -

Die Behandlung der koronaren Herzkrankheit richtet sich in erster Linie nach dem Stadium und dem Ausmaß der Erkrankung.

Sind die Veränderungen an den Herzkranzgefäßen noch gering, erfolgt die Therapie unter Ausschluß der Risikofaktoren (siehe oben) meist medikamentös.

Im fortgeschrittenen Stadium (Einengungen über 75 % des Gefäßlumens), ist neben der medikamentösen Therapie meist eine Ballondehnung (PTCA) oder Bypass-Operation notwendig.


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Herzinfarkt (Myokardinfarkt)